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WEIN AUS DER WÜSTE:

Wo Reben in Trichtern wachsen Auf der Kanareninsel Lanzrote ist vieles gewöhnungsbedürftig.

Das karge, vom Nordost-Passat umtoste Eiland vor der Küste Afrikas versprüht über weite Teile den Charme einer Steinwüste.

Im Westen der Insel,wo in den Jahren 1970 bis 1736 einer der größten Vulkanausbrüche aller Zeiten stattfand, liegt ein 167 Quadratkilometer großes pechschwarzes Lavameer.

Seit 250 Jahren wächst in der einstigen Getreide-kammer Lanzarotes so gut wie gar nichts mehr. Die Vulkankegel im Süden sehen aus wie aufgeschüttelte Erdhügel, nur bewachsen mit Flechten und fahlem, niedrigem Gestrüpp.

Was man auf dieser Wüsteninsel zuletzt erwartet, ist, daß dort Wein angebaut wird. Doch in der Region La Geria zwischen Mozaga und Uga säumen Weinfelder kilometerweit die Straße . Das muß man gesehen haben: Wie auf der schwarzen Lapllischicht - von den Einheimischen Picon genannt - im Frühjahr die knallgrünen Blätter aus den geduckten, knorrigen Stämmchen hervorbrechen.

In Gebieten mit weniger als 200 Millimeter Niederschlag im Jahr ist Landwirtschaft eigentlich gar nicht möglich. Darüber hinaus verfügt die Insel über so gut wie kein Grundwasser. Doch mit der Methode des Trockenfeldbaus gelingt es den Lanzarotenos, der unfruchtbaren Lava erstaunliche Früchte abzutrotzen. Denn das poröse Granulat hat eine wesentliche Eigenschaft: Es wirkt hygroskopisch, das heißt, es speichert die Nachtfeuchte und den Tau der Nebelbänke am Morgen und gibt sie nach und nach an die Reben ab. Zudem verhindert die Lapillischicht, daß die Feuchtigkeit unter der glühenden Sonne allzu schnell wieder verdunstet.

Zusätzlich Bewässerung erübrigt sich.Für jeden Weinstock graben die Bauern einen Trichter, damit die Wurzeln den unter dem Picon liegenden fruchtbaren Boden erreichen. Zum Schutz gegen die Passatwinde wird jeder Minikrater zusätzlich mit einem halbkreisförmigen Steinmäuerchen umfriedet. Wie Waben sehen die Weinfelder aus, die sich an de Vulkankegeln emporziehen.

Für diese einzigartige Kulturlandschaft wurde La Geria in den sechziger Jahren vom New Yorker Metropolitan Museum of Modern Art als "Ingenieurswerk ohne Ingenieur" im Sinne eines Gesamtkunstwerks ausgezeichnet.

Als Barbara Hendriks vor rund 20 Jahren nach Lanzarote ausgewandert ist, hatte sie mit Weinanbau nichts im Sinn. Sie war auf der Suche nach einem ursprünglicheren Leben und fand es am "schönsten Ort der Insel". in La Geria. Heute ist die gebürtige Dortmunderin Besitzerin der Bodega und Tapasbar El Chupadero an der Straße nach Uga. Ihre eigenen Weine sind im Gegensatz zu denen der großen Weingüter El Grifo und Mozaga wieder auf dem Festland noch in einem Supermarkt der Insel zu finden. "dafür bekommen sie bei mir unvermischten Lanzaroter Tafelwein aus einer einzigen Lage", sagt, sie. Denn daß die großen Weingüter ihren Produktion Rioja-Weine vom spanischen Festland zumischen, ist kein Geheimnis: "Die Nachfrage ist weitaus größer als der Ertrag.

Bereits im August können die Reben geerntet werden. Neben der süßen Malvasia-Traube, die im 16. Jahrhundert von Kreta nach Lanzarote gelangt sein soll und aus der ein schwerer, sherryähnlicher Wein gekeltert wird, werden heute vor allem trockene Weißweine ausgebaut. Der Tourismus hat einem Land außer Devisen selten Gutes gebracht. Doch erst mit dem Fremdenverkehr erfuhr die lange vernachlässigte Weinwirtschaft auf der Insel der Feuerberge in den letzten Jahren eine echte Renaissance. Dorothee Fauth, 1999, Ressort: Landwirtschaft.

 

 





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